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Himmel und Hölle

Wir danken für die Unterstützung: Stiftung Niedersachsen, Klosterkammer Hannover, HannoverStiftung der Sparkasse, Landeshauptstadt Hannover, Calenberg Grubenhagensche Landschaft, Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover - Kirche für die Stadt, IGS Badenstadt

Das erste große bildkünstlerische Projekt der Markuskirche als Kulturkirche für das Jahr 2015 stellt zwei Künstler mit überregionaler Bedeutung vor: Den an der Bremer Hochschule für Künste lehrenden Videokünstler Jean-François Guiton und die in Hannover lebende Lichtkünstlerin Claudia Wissmann. Die Arbeiten von Guiton und Wissmann sind das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Kirchengebäude und dessen Symbolik.

 

Guiton widmet sich dem Innenraum der Kirche, Claudia Wissmann dem Außenraum. Ihre Arbeiten, unabhängig voneinander entstanden, lassen sich nahezu spiegelbildlich aufeinander beziehen, kommentieren sich gegenseitig und laden ein, sich existentiellen Fragen menschlichen Lebens und Zusammenlebens zu stellen. Durch die Qualität der künstlerischen Arbeiten möchten wir den Kreis der Interessierten öffnen – solchen, die der christlichen Kirche verbunden sind, aber auch solche, die an einen  interkulturellen Dialog und an Fragen zeitgenössischer Kunst generell interessiert sind.

Claudia Wissmann: Lichtgestalt

Lichtgestalt (Claudia Wissmann)
© Heiko Preller

Claudia Wissmann

Foto: Suzan Tiras
                     Claudia Wissmanns ist Lichtkünstlerin. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Verbindung von Licht und Architektur. Lichtgestalt (2015) ist eine Lichtskulptur an der Außenfassade der Markuskirche über dem Haupteingang auf einem leeren Sockel, der für eine – nie ausgeführte – Plastik vorgesehen war. In der Basis des Sockels leuchtet weißes Licht in einem großen Bogen strahlenförmig nach oben. Die lebensspendende Kraft des Lichtes ist ihr Thema. Sie wählt für den Außenraum die Dunkelheit der Nacht, um das Lichtdreieck wirkungsmächtig werden zu lassen. Mit der Arbeit an diesem expliziten Ort stellt sie sich gegen die Beliebigkeit, mit der heute viele Gebäude in den Städten angestrahlt werden und damit oftmals zu reinen Kulissen werden. Das Licht an dieser Stelle ist dagegen ein Gottessymbol, ein unfassbares, eines, das an dieser Leerstelle die auch in der biblischen Tradition immer wieder gestellte Frage offen hält, ob denn Gottes Platz leer sein könnte.

Claudia Wissmann

Jean Franois Guiton: Feuer und Flamme

Jean-Fançois Guiton: "Feuer und Flamme"
Westwand der Markuskirche
© Heiko Preller
Die Arbeit stellt eine Videoprojektion auf einer durch Bögen gerahmten Fläche unter der Empore im Kirchenschiff dar, in der lodernde Feuerflammen auf dunklem Hintergrund zu sehen sind; der Ton ist der von brennendem Feuer. Inhaltlich spannt sich ein Bogen von dem antiken Mythos des Fährmanns Charon, der die Toten mit seinem Kahn über den Fluss des Vergessens Lethe in das Totenreich führt... fortgesetzt mit Szenen aus dem Antikriegsfilm „J' accuse“ (1919) von Abel Gance bis zu den Toten aus dem KZ Bergen-Belsen. Mythos und abendländische Geschichte mit ihren Katastrophen werden evoziert in einer vielschichtigen filmischen Montage. Ein anklagendes Manifest gegen die Höllen dieser Welt.
Peter Rautmann
 

Jean-François Guiton

Jean François Guiton

Jean-François Guiton zeigt in der Markuskirche drei seiner Arbeiten – Feuer und Flamme (2015) wird im Kirchenschiff platziert und wird eigens für die Markuskirche entwickelt. Sie stellt eine Videoprojektion auf einer Wandfläche im Kirchenschiff dar mit lodernden Flammen auf dunklem Hintergrund und dem Ton brennenden Feuers. Für Kreuzweise (2000) werden links und rechts des Altars je ein Monitor aufgehängt, auf denen Bilder aus Ingmar Bergmanns Film „Persona“ zu sehen sind.  La Ronde (2008) wird in dem quadratischen, abgedunkelten Innenraum des Turmes installiert. Sie besteht aus einem zentral aufgestellten Quadrat, dessen Innenseiten Monitore bilden, auf denen hellrote Feuer lodern; durch Spiegel entsteht der Effekt eines sich ins Unendliche verlängernden Feuerschachts. Über dem Schacht kreist ein Videoband aus Totenschädeln. Alle drei Installationen reflektieren menschliches Leid, die Gefahr der (Selbst)Zerstörung wie die Begrenztheit menschlichen Lebens.

Jean-François Guiton

Jean François Guiton: La Ronde

Jean François Guiton
Turmraum der Markuskirche
La Ronde
© Heiko Preller
La Ronde (Jean François Guiton)
© Heiko Preller

La Ronde (Der Reigen) ist in dem abgedunkelten Innenraum des Turms installiert. Die Installation besteht aus einem zentral aufgestellten Kubus, dessen Innenseiten Monitore sind, auf denen hellrote Feuer lodern; sie sind dabei schräg gegeneinander gerichtet und so verspiegelt, dass die irreale Wirkung der Spiegelung einen ins Unendliche sich verlängernden Feuerschacht aus lodernden Lavamassen suggeriert.  - An den Wänden des Turms läuft zusätzlich ein Endlos-Band mit Diaprojektionen von Mumienköpfen entlang, ein Totentanz scheinbar grinsender Totenmasken. Das Motiv stammt aus dem Convento dei Cappuccini bei Palermo; die Toten, durch Feuer getrocknet, wurden dort anschließend an den Wänden aufgereiht.
 
© Heiko Preller

Kreuzweise

 
Für diese Arbeit sind links und rechts des Altars und Kruzifix’ je ein Monitor aufgehängt, auf denen konkret das Einschlagen eines Nagels in je eine Hand zu sehen ist. Das Motiv ist gespiegelt, in die Hände mit den zuckenden Fingern fallen nur hörbare Hammerschläge. Diese durchbrechen die Stille in differenten Zeitabständen, da die Filmsequenzen aus Ingmar Bergmanns Film "Persona" unterschiedlich lang gedehnt sind.

 

Ausstellungsorte "kreuzweise"

8. Mai, 19:30 Uhr: Gedenkkonzert zum 70. Jahrestag des Kriegsendes

Gestaltung: Hannes Malte Mahler

In Erinnerung an das Massaker von Sant’Anna di Stazzema, Lucca. Mit Luca Scandali (Orgel), Perugia, und Max Westermann (Trompete), Kassel. In Kooperation mit der deutsch-italienischen Kulturgesellschaft Hannover e.V. und dem Italienischen Generalkonsulat Hannover.


Luca Scandali (Orgel), Professor am Morlacchi- Konservatorium in Perugia, Max Westermann, Solotrompeter am Staatstheater Kassel und Dozent an der Universität Kassel spielen Werke von Alessandro Marcello (1673-1747), Luca Lombardi (*1945), Christoph Graupner (1683-1760) u.a.

 

Mehr zur deutsch-italienischen Kulturgesellschaft e.V. Hannover

Foto: Seda Griguhn

Kooperation mit der IGS Badenstedt

Die Klasse 6c der IGS Badenstedt lud im Rahmen der Mondscheinkirche zur Abschlusspräsentation ihres Projektes  "Himmel, Hölle…Hülle?" ein.

Kurzfilme, Elfchen und Portraits wurden gemeinsam mit der Mondscheinkirche in der gut besuchten Markuskirche am Freitag, 17. April, präsentiert.

weitere Informationen

Gestaltung: Hannes Malte Mahler

Ensemble VOKTETT

Im Rahmen der Ausstellung "Himmel und Hölle" hielt Kurator Prof. Dr. Peter Rautmann einen Vortrag zum Thema "Bilder zwischen Apoklypse und himmlischem Jerusalem". Im Anschluss an den Vortrag begeisterte das Ensemble VOKTETT mit einem weit gefächerten a-cappella-Programm.

weitere Informationen zum Ensemble VOKTETT

Einführung zu "Lichtgestalt" (Claudia Wissmann) durch den Kurator Prof. Dr. Peter Rautmann
22.02.2015, 18 Uhr
© Heiko Preller

Eröffnung am 22. Februar 2015

Mit großem Interesse haben ca. 400 Besucherinnen und Besucher die Veranstaltungen am Eröffnungstag besucht. Nun ist die Ausstellung bis Pfingsten mittwochs bis sonntags 13-19 Uhr geöffnet. Weitere Sonderveranstaltungen folgen (siehe rechte Spalte).

Dr. Thies Gundlach predigt zur Lichtskulptur von Claudia Wissmann

© Foto: Hannes Malte Mahler

Auszug aus der Predigt von Dr. Thies Gundlach zur Lichtskulptur:

 
"Wird mit der Installation nicht der verunsicherte, anschauungslos gewordene Protestantismus be- und erleuchtet, der vor lauter Aufklärung, Rationalität und Wissenschaft den Zugang zum Himmel Gottes verloren hat? Ist unser Himmelsbild ausgewandert aus allen konkreten Vorstellungswelten, hinein in eine innere Unanschaulichkeit, die uns als äußerer Leerraum entgegenkommt? Macht die Installation sichtbar, dass wir den Himmel weggewischt haben... ? Ich finde Ihre Installation großartig, weil sie uns vor diese Frage stellt!"
 

Die vollständige Predigt finden Sie zum Download in der rechten Spalte oder über diesen Link

Mondscheinkirche "Licht-Blicke" am 27.02.2015 in der Ausstellung "Himmel und Hölle"
Foto: Anne Hufnagel

 

Licht-Blicke...

 

...war das Thema der Mondscheinkirche für 9 bis 12 jährige Kinder im Rahmen der Ausstellung "Himmel und Hölle"

Bilder aus der Mondscheinkirche zur "Lichtgestalt" finden Sie hier

Wir danken für die Unterstützung: Stiftung Niedersachsen, Klosterkammer Hannover, HannoverStiftung der Sparkasse, Landeshauptstadt Hannover, Calenberg Grubenhagensche Landschaft, Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover - Kirche für die Stadt, IGS Badenstadt
 

Weitere Termine zur Ausstellung

22. Februar 2015 bis 25. Mai 2015,
mittwochs bis sonntags 13 bis 19 Uhr

Zwischen Himmel und Hölle

Pfingstmontag, 25. Mai, 13 - 19 Uhr:

Letzter Öffnungstag der Ausstellung "Zwischen Himmel und Hölle"